Konzeption (Auszug)

Pädagogische Grundhaltung

„Zukunft mit Sicht auf die Herkunft - Grundlagen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Eltern von Jugendlichen in der Heimerziehung“. 

 

Die Eltern sind von der langen Auseinandersetzung mit der Problematik ihres Kindes geprägt und stehen sehr stark unter Druck von außen oder ihrem eigenen Leidensdruck. Mit der Entscheidung, ihr Kind einem Berufserzieher anvertrauen zu müssen, entwickeln sie das Gefühl, versagt zu haben

 

Diese „Zeit“ kann von der jeweiligen Familie genutzt werden, als Möglichkeit des Experimentierens, mit neuen Verhaltensweisen und als Chance der Verhaltensänderung. Unter dem Ziel der Rückführung des Kindes belassen wir jedoch den Eltern weiterhin die „Gesamtverantwortung“ für die Erziehung ihres Kindes, indem wir sie bei möglichst vielen Entscheidungen mit einbeziehen.

 

In der Wohngruppe besteht eine partizipatorische Grundhaltung hinsichtlich des miteinander Umgehens. Das Erziehungsgeschehen wird als Interaktionsprozess verstanden. Im Kontext ihrer Alltagswelt werden die Ressourcen des Kindes oder der/dem Jugendlichen als zentraler Ansatzpunkt für alles pädagogische Handeln wahrgenommen und unterstützt. Somit richten sich die Handlungen des Erziehenden am Tun des Kindes /der/des Jugendlichen wechselseitig aus.  Wichtigstes Lern- und Übungsfeld für die Kinder und Jugendlichen im Sinne einer lebensfeldorientierten Jugendhilfe ist der Alltag  im Rahmen der sozialen Gemeinschaft der Wohngruppen und des sozialen Umfeldes. Die sozialen Kontakte inner-  und außerhalb der Wohngruppen sind Ziel und Anspruch.  Die Kinder werden im Rahmen ihrer Lebensgeschichte und den dazugehörenden Beziehungen gesehen. Ihre Verhaltensweisen werden im Kontext der verschiedenen Lebensbereiche verstanden.

 

Ziele

Hilfen zur Erziehung unterliegen insgesamt einem ständigen Anpassungs- und Entwicklungsprozess, hinsichtlich des geänderten Bedarfs.

Unsere pädagogische Ausrichtung vermittelt grundlegende Werte und Normen, die es gilt in den Alltag zu übertragen, so dass ein hohes Maß an sozialer Kompetenz erreicht werden kann.

Die Hilfe konkretisiert sich im Hilfeplan, in welchem die Zielsetzung der Maßnahme zwischen Eltern, Betroffenen, Jugendamt und der Einrichtung vereinbart wird. Erfordernisse resultieren aus dem KJHG (SGB VIII):

 

  • Prävention
  • Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Stärkung der schulischen Leistungen, Lern- und Leistungsmotivation
  • Alltagsstrukturierung
  • Selbstbildnis aufbauen und stärken
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Selbstkontrolle und Selbststeuerung
  • Freizeitgestaltung
  • Verselbstständigung bzw. Eingliederung in das künftige Lebensfeld, in denen die Entwicklung junger Menschen gefördert wird.

 

In der Betreuungsarbeit wird durch die pädagogische Vielfalt mehr Individualisierung geleistet:

 

  • Entwicklung von Lebens- und Zukunftsperspektiven
  • Mobilisierung der Ressourcen, Entfaltung der Persönlichkeit, Hilfe zur Selbsthilfe
  • Rechte junger Menschen respektieren und ihre Verwirklichung fördern
  • Neustrukturierung des Alltags
  • Einleitung erforderlicher therapeutischer Maßnahmen
  • Förderung des familiären Umfelds und seiner Erziehungsbedingungen durch Eltern- und Familienarbeit, Förderung der Rückkehr in die Familie
  • Erhalt und Entwicklung förderlicher Bezüge außerhalb der Familie, schulische, berufliche und soziale Integration im Gemeinwesen
  • Zur integrativen Betreuung werden enge Beziehungen geknüpft zu externen Ärzte
  • Psychologen, Lehrern, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Kliniken u. a.
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